Der Moment in dem wir den Sonderpreis gewonnen haben war unbeschreiblich. Aus purem Zufall sassen wir bei der Prämierungsfeier nebeneinander. Wir beide sprangen auf, als wir unseren Namen hörten und waren völlig überwältigt. Als wir einige Augenblicke später realisierten, dass ausgerechnet wir beide zusammen den Preis gewonnen haben, konnten wir uns sogar noch mehr freuen. Der Rest der Prämierungsfeier zog mehr oder weniger an uns vorbei, während wir mit unseren Gedanken beim European Space Camp waren. 

Am Samstag, dem 25. Juli 2026 trafen wir uns dann im Zug, um gemeinsam in den Norden Norwegens aufzustechen. Obwohl wir uns sehr auf die bevorstehende Woche freuten, war spürbar, dass wir beide nicht genau wussten, was auf uns zukommen würde. Klar hatten wir gelesen, dass wir zum Start einer Rakete beitragen würden. Doch was werden unsere Aufgaben genau sein. Woher werden die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen? Wie viel Vorwissen wird von uns erwartet? 

Nach einer Nacht in Oslo ging es am Sonntagmorgen weiter Richtung Norden. Am Flughafen auf der Insel Andøya wurden wir dann herzlich von einigen Teammitgliedern begrüsst. Da die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach uns eintrudelten hatten wir ausreichend Zeit um uns einzurichten und die anderen Frühankommer kennenzulernen.  

Am Montag ging es dann richtig los. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt, in denen wir verschiedene Bereiche für den Raketenlaunch vorbereiteten. Nikola sollte zum Flight Modelling beitragen, während Levin sich bei der Installation von Sensoren einbrachte. Die nächsten Tage waren gefüllt mit Arbeit an der Rakete. In dieser Zeit hat man nicht nur viel über das Innenleben von diesen beeindruckenden Luftkörpern gelernt, sondern auch enorm viel Spass in den Arbeitsgruppen gehabt.  

Die restliche Zeit der Tage, welche einem so weit nördlich viel länger vorkommen als in der vertrauten Schweiz, wurden gefüllt mit Teamaktivitäten, sowie Vorlesungen. Durch das tolle Programm, wie beispielsweise einer Tanzshow oder dem Bauen von Papierraketen, wurde aus den Teilnehmenden eine tolle Gruppe zusammengeschweisst. Unvergesslich waren auch die Vorlesungen von inspirierenden Persönlichkeiten aus der Raumfahrtindustrie, welche beinahe täglich anreisten, um uns Lernenden ihr Wissen auf den Weg zu geben. 

Nach einem durch stressigen Testing am Mittwoch war die Rakete am Donnerstag bereit zum Abflug. Einige Teilnehmenden übernahmen grosse Verantwortung beim Countdown, während andere die beste Aussicht vom Berg aus genossen. Nach einem sehr geschmeidigen Countdownprozess schoss die Rakete pünktlich in den Himmel. Ein unbeschreiblicher Anblick. Die Geschwindigkeit. Das leicht verzögerte Donnern. Der zurückbleibende Rauch, welcher sich langsam im Wind auflöste. Viele Teilnehmende träumten seit ihrer Kindheit davon, Raketen in Richtung Weltall zu dirigieren. Und in diesem Augenblick ging dieser Traum in Erfüllung. Ausnahmslos alle Beteiligten wurden in diesem Moment sentimental.  

Viel Zeit zum Verschnaufen blieb uns nach dem Raketenstart aber nicht. Es mussten Daten ausgewertet und am nächsten Tag präsentiert werden. Am Freitagnachmittag schlossen wir das wohl schönste, aber auch intensivste Projekt unserer Karriere völlig erschöpft ab.  

Was für uns aber noch bedeutender ist, als die Raketen-Kampagne, sind die Menschen, denen wir begegnet sind. Beim Schwimmen im eiskalten atlantischen Ozean, sowie bei den unvergleichlichen Sonnenauf- und -untergängen in Andøya wurden Freundschaften geschlossen, welche weit über das gemeinsame Interesse am Weltraum hinausreichen und lange bestehen werden.  

Wir, Nikola Knežević und Levin Kunz, möchten dem European Space Camp, Schweizer Jugend forscht sowie der Metrohm Stiftung dafür danke, dass sie uns eine Erfahrung ermöglicht haben, welche an keinem anderen Ort möglich gewesen wäre.