Vor etwas mehr als einem Jahr sass ich gespannt im Paul-Scherrer-Saal der ETH gemeinsam mit allen anderen Finalist*innen und wartete auf die Bekanntgabe unserer Prädikate. Doch bevor es dazu kam, wurde ich mit dem Aufruf, zusammen mit Laurin und Rufus die Schweiz an der «Weltmeisterschaft für Jungforschende», dem ISEF vertreten zu dürfen, total überrascht! Ich war ausser mir vor Freude, glücklich und fühlte mich enorm geehrt. In die USA reisen und die Schweiz vertreten zu dürfen – ein Traum, der wahr geworden war.

Um die halbe Welt

Nach ewigem Warten war es so weit: Am 9. Mai ging die Reise los. Trotz des Schlafmangels stand ich frohen Mutes um 4:30 morgens am Flughafen Zürich, bereit für eine unvergessliche Reise! Als ich trotz Verspätung beim Anflug auf London Heathrow und nach ein paar Sprints durch das Terminal schliesslich im Flieger Richtung Phoenix, AZ sass, stand der Reise nichts mehr im Weg.

In Phoenix angekommen, wurde ich direkt von der Hitze dieser Wüstenstadt erschlagen. Deswegen war ich ziemlich froh, endlich im Hotel angelangt zu sein. Da ich einen anderen Flug genommen hatte als Rufus, Laurin und Melanie, blieb mir noch etwas Zeit, die ich für eine erste Gym-Session nutzte. Und da stiess ich auf den ersten ISEF-Teilnehmer aus Wisconsin, mit dem ich mich austauschte und direkt harmonierte. Als es alle nach Phoenix geschafft hatten, waren wir durch den Jetlag sehr müde und gingen bald schon schlafen.

Ein typisch amerikanisches Frühstück: Pancakes mit viel Ahornsirup und Speck.

Erste Tage am ISEF

Am nächsten Tag ging es direkt los und wir registrierten uns offiziell, erhielten Badges und Bändchen und hatten bereits unseren ersten «Medienauftritt» – die Orange verfolgt mich bis heute. Anschliessend gingen wir in die Exhibition Hall, in welcher alle Projekte ausgestellt werden, und wow, war die riesig! Über 1800 Finalist*innen, alle mit herausragenden Projekten – eine intellektuelle Zusammenkunft, deren Ausmass vermutlich einmalig für mich bleibt. Als wir unsere Booths fertig aufgestellt hatten, konnten wir noch etwas Phoenix entdecken, bevor am Abend ein Pin-Exchange stattfand.

Stell dir vor, Wissenschaft wäre eine Frucht. Welche wäre sie?

Während am nächsten Tag weiterhin Finalist*innen eintrafen, waren wir bereits fürs Judging vorbereitet und hatten über den Tag keine grossen Verpflichtungen, weswegen wir Phoenix wiederum etwas unsicher machten, bis am Abend die Eröffnungszeremonie stattfand. Dabei wurden alle Länder vorgestellt und das Ausmass dieses Events wurde erneut klar. Zudem war diese Zeremonie besonders interessant für mich, da ich Craig R. Barrett «getroffen» und meinen «teuersten» High-Five hatte :). Bevor es richtig losging, durften wir noch eine Auswahl von Paneldiskussionen besuchen, z.B. mit dem Midjourney-Gründer David Holz über die Zukunft der KI.

Judging Day

Nach langem Warten und viel Vorbereitung war es so weit: Endlich durften wir unsere Projekte den Special und Grand Award Judges vorstellen. Über den ganzen Tag verteilt hatte ich etwa ein Dutzend spannende Gespräche mit Fachexperten, die alles Mögliche über mein Projekt erfahren wollten. Es war viel entspannter und gutmütiger, als ich es mir vorgestellt hatte: Man konnte sich regelrecht auf Augenhöhe austauschen, neue Sichtweisen gewinnen und seinen eigenen Ansatz detailliert erklären, um die Jury möglichst zu überzeugen. Am Ende des Tages waren alle trotzdem ziemlich erschöpft, bis uns eine erneute tolle Überraschung traf: Als wir aus dem Saal liefen, standen dort alle Betreuer und Eltern, bildeten einen Korridor für uns und feuerten uns an.

Awards

Zum Abschluss des Events wurden die Preise der Jury verliehen. Als ich meinen Namen hörte, war ich einfach überglücklich: Ich durfte tatsächlich einen dritten Preis in meiner Kategorie «Robotics and Intelligent Machines» (3rd Place Grand Award) entgegennehmen! Voller stolz auf der Bühne zu stehen und den Applaus aufzusaugen, war ein wundervolles Gefühl, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Wie weiter?

Und dann war es auch schon vorbei. Überglücklich, aber auch etwas traurig, dass es bereits vorüber war, machten wir uns zum letzten Mal auf den Weg zurück ins Hotel, um alles zu packen und uns zu verabschieden. Doch für mich war die Reise in den USA noch nicht zu Ende, denn es folgte ein cooler Road Trip mit meinen Eltern durch einige Nationalparks, Las Vegas und schlussendlich Los Angeles. Auch wenn ich nicht von Phoenix nach Hause flog, sind alle Emotionen, Erinnerungen und Erfahrungen aus Phoenix in meinem Rucksack gemeinsam mit mir zurückgeflogen.

Ich danke Schweizer Jugend forscht und der Gebauer Stiftung von Herzen, dass sie mir dieses Abenteuer ermöglicht haben!