SEPTIME – Gestaltung einer individualisierbaren Agenda

 

Gestaltung | Architektur | Künste

 

Svenja Kolly, 1999 | Ehrendingen, AG

 

Ich probierte mehrere aus, wechselte immer wieder und fand trotzdem nie die Richtige. Bei der Wahl meiner Schulagenda geriet ich jedes Jahr in Schwierigkeiten. Also beschloss ich im Rahmen meiner Maturaarbeit eine Agenda zu kreieren, die dieses Problem löst. Meine Idee basierte darauf, dass jeder selber wählt, wann seine Agenda beginnt und wann sie aufhört. Ausserdem entscheidet man, welche Seiten man neben den Wochenansichten braucht. Jeder soll sich seine Agenda wunschgemäss zusammenstellen können.
Anhand einer Umfrage informierte ich mich bei den Schülern über Nachfrage und Vorlieben. Parallel dazu erweiterte ich mein Wissen in den Themenbereichen Layout und Typographie. Ich entwickelte ein Konzept für meine individualisierbare Agenda, das die Gestaltung und den Aufbau der Agenda, jedoch auch Logo, Verpackung und eine Website beinhaltet.

Fragestellung

Um die Agenda den Bedürfnissen der Schüler anpassen zu können, musste ich Kriterien definieren, an denen eine Agenda gemessen werden kann. Ich unterschied dabei zwischen dem inhaltlichen, dem visuellen und dem Marketing Aspekt. Daraus leitete ich drei Fragestellungen ab:
«Wie muss eine Agenda aussehen und welchen Inhalt soll eine Agenda haben, damit sie möglichst vielen Kanti-Schülern entspricht» und «Welche Kanäle braucht man, um eine Agenda unter Kanti-Schülern verkaufbar zu machen».

Methodik

Die ersten Monate meiner Arbeit widmete ich meinem eigenen Lernprozess. Durch Studieren von Fachliteratur eignete ich mir die Grundregeln des Layoutens, der Typographie und der Schriftgeschichte an. Erst dann konnte ich anhand des neu erlernten Wissens entscheiden, welche Punkte für meine Arbeit entscheidend waren. Ich erstellte eine Onlineumfrage, die mir Informationen über die Präferenzen der Schüler lieferte. Basierend auf den Resultaten der Umfrage kreierte ich die Agenda. Die Schüler konnten über inhaltliche, persönliche und gestalterische Kriterien abstimmen.
Während des Arbeitsprozesses legte ich grossen Wert auf Rückmeldungen aus der Schülerschaft, um zu sehen wie es mir gelang, den Erwartungen der Schüler gerecht zu werden.

Ergebnisse

Während der ersten Monate eignete ich mir ein breites Wissen über Layout und Typographie an und wusste danach, wo ich nachschauen musste, wenn ich vertieftes Wissen brauchte.
An der Umfrage nahmen 218 Personen teil. Im visuellen Bereich waren die Resultate eindeutig: 72% bevorzugten das Format A5, 35% wählten aus 5 zur Wahl gestellten Schriften eine Bodoni. Zu den persönlichen Fragen gaben 33% an, die Agenda nur als solche zu nutzen, während 40% sie auch zum Rumkritzeln und zum Skizzieren brauchen. 20% gaben an, die Agenda sei ein Erinnerungsstück. Die Frage zu den gewünschten Blöcken wurde sehr breit beantwortet. Dies verstärkte meine Vermutung, dass der Inhalt sehr persönlich ist und daher unbedingt individualisierbar sein muss.

Diskussion

Der Weg von der Idee zum Produkt war lang. Innerhalb eines halben Jahres tauchte ich tief in den Bereich der Grafik ein und versuchte mich irgendwie durchzuschlagen. Meine ursprünglichen Ziele konnte ich dabei im Auge behalten und grösstenteils erreichen.
Visuell konzipierte ich das Layout und das Logo aufgrund der Merkmale der gewählten Schrift. Dadurch erhoffte ich mir, den Geschmack der Schüler zu treffen. Das Cover aus Linoldruck auf farbigem Papier stellt einen Kontrast zum schlichten Inneren dar. Jedes Cover ist dadurch einzigartig. Inhaltlich entschied ich mich für 10 verschiedene Blöcke.
Das Ziel, Verkaufskanäle zu bilden und eine Marke aufzubauen, erreichte ich nicht vollständig. Die Webseite brachte das Produkt nicht auf den Punkt und war nicht intuitiv bedienbar.

Schlussfolgerungen

Betrachte ich das Projekt ein Jahr später, fallen mir viele Punkte auf, die ich damals nicht erkannt habe. Die Schrift passte am Schluss nicht mehr zur Agenda. Ich hatte ihre Merkmale im Layout übernommen, mich dann aber stark davon entfernt. Für den Wettbewerb ersetzte ich sie durch eine passendere. Auch die Website eignete sich nicht für den Verkauf. Ich hatte meine Arbeit online als Maturaarbeit dargestellt, anstatt als Produkt. Aus diesem Grund erstellte ich die Website von Grund auf neu.
Trotzdem war die Arbeit für mich wegweisend, weil ich eine Leidenschaft entdeckt habe, von der ich bis dahin nichts wusste. Daher freute ich mich auch darauf, die erwähnten Punkte zu verbessern. Als allerletzte Hürde bleibt jetzt nur noch der Druck. Die Agenda auf den Markt zu bringen, ist mein nächstes Ziel.

 

 

Würdigung durch die Expertin

Karin Rütsche

Die Idee eine individuelle Agenda zu gestalten basiert auf einer breiten Recherche, welche die Studentin selber erarbeitet und durchgeführt hat. Für die gestalterische Umsetzung hat sie sich Fachwissen zur Schriftgeschichte und der Typografie angeeignet. Mit diesem Background hat sie eine Agenda mit diversen Inhaltsblättern zum Auswählen gestaltet. Auch hat sie eigenständig ein Logo entwickelt, welches ebenfalls auf bereits gelerntem basiert. Das Projekt ist von A bis Z durch-konzipiert, auch Verpackung und Vermarktung wurden mit einbezogen. Ein in sich stimmig, schön gestaltetes Projekt.

Prädikat:

sehr gut

 

 

 

Kantonsschule Wettingen
Lehrerin: Marian Beck