through dimensions

 

Gestaltung | Architektur | Künste

 

Wendy Truong, 1997 | Wetzikon, ZH

 

In der Matura-Arbeit «through dimensions» reist Fake durch Raum und Zeit, indem altes und neues Fake miteinander verschmolzen werden.

Fragestellung

Dabei soll eine Kindheitslüge mithilfe der digitalen Welt in die Wirklichkeit geholt werden.

Methodik

Der Klapperstorch, in Form eines Origamis, stellt die Kindheitslüge dar. Um diesen zum Leben zu erwecken, zeichne ich den Storch in einem 3-D-Programm und animiere anschliessend seine Flugbewegungen. Die einzige, nichtgegenständliche, scheinbar dreidimensionale Darstellung, bei der wir keine spezielle Brille benötigen, um sie zu sehen, ist das Hologramm. Dieses baue ich mir aus eigens zu diesem Zweck hergestellten Gläsern, einem digitalen Bilderrahmen und einem entsprechenden Unterbau zusammen. Um den Storch holografisch darzustellen, schneide ich aus meiner Animation ein Video mit einer vierseitigen Abbildung, das in Endlosschleife abgespielt werden kann. Das Video lasse ich dann unter dem Glas im digitalen Bilderrahmen abspielen.

Ergebnisse

Die Verschmelzung beginnt mit der dreidimensionalen Erstellung des Storchs. Die Unterscheidung zwischen Echt und Schein, zwischen Fake und Wahrheit wird im digitalen Zeitalter zur Herausforderung. Eine Technik, die nicht zu fassen ist, uns jedoch fasziniert und nahezu unbegrenzte Möglichkeiten eröffnet. Somit reist Fake durch eine digitale Dimension und lässt die analoge Welt der Kindheit weit hinter sich: eine Zeit, in der man uns mittels Märchen und Fabelwesen in eine andere Dimension führte, in der Klapperstörche für die Evolution der Menschheit verantwortlich waren.

Diskussion

Dadurch, dass der Storch fliegt, sich um die eigene Achse dreht und dabei nicht von der Stelle kommt, scheint es, als sei er desorientiert. Er ist da, wo er nicht sein kann und auch nicht sein sollte. Er ist eine Einbildung, eine Erfindung, eine Fantasie und eine Täuschung zugleich. Er kommt aus einer Welt, die es in Wirklichkeit nicht gibt, und bleibt darin gefangen. Dadurch, dass das Hologramm nur im Dunkeln gut sichtbar ist, verbindet er seine illusorische Erscheinung mit dem negativen Charakter des Begriffs Fake.

Schlussfolgerungen

Der zum Leben erweckte Storch täuscht uns seine Existenz vor. Er löst in uns Verwunderung Interesse und ein Hinterfragen aus. Die Kindheitslüge reist mittels der Digitalisierung und der Reflexion des Hologramms durch Raum und Zeit. Das Hologramm verdeutlicht, dass die digitale Welt eine Illusion ist, die uns verführt und in die Irre führen kann. Der Begriff «Fake» hat hierbei seine Spuren in verschiedenen Dimensionen hinterlassen.

 

 

Würdigung durch den Experten

Christian Hungerbühler

„through dimensions“
Die Arbeit ist eine spannende und vielschichtige Konstellation aus unterschiedlichen Bereichen. Konzeption, Grafik-Design, Erzählung, 3D-Design, Video und Installation sind eng miteinander verknüpft. So ergeben sie ein einheitliches Ganzes und überraschen den Betrachter im Finale – der Holograminstallation. Wendy Truong hat sich selbstständig neues Wissen angeeignet, hat kreativ Probleme gelöst, sich im Netzwerk ausgetauscht und auch durch Rückschläge nicht vom Ziel abbringen lassen, erfolgreich zu Forschen und ein einmaliges Projekt zu finalisieren.

Prädikat:

hervorragend

 

 

 

Berufsmaturitätsschule Zürich
Lehrerin: Eva Gadient